Donnerstag, 23. August 2012

Dunkel wirds

Es donnert schon draussen und ich glaube man könnte die Luft bald trinken. Aber mein Garten und ich sind froh, dass die ersten Tropfen fallen.

Bevor es aber richtig losgeht mit dem Gewitter, mache ich noch schnell eine Foto-Safari für Euch. Die Dunklen Wolken kommen schon vom Appenzellerland her und sind gefüllt mit kostbarem Nass.
Hier habt ihr mal einen Blick von unten auf unsere Obstwiese, sie ist sehr steil und wird darum nur geheut und als Weide genutzt.












Unser Wadi war furztrocken und langsam fliessen nun ein paar Tropfen (fast schon ein Rinnsaal). Mich nimmt ja schon wunder, wer hier den Wasserfluss berechnet hat, auf jeden Fall hatte der- oder diejenige keine Ahnung. Auf jeden Fall haben wir nun hier diese wunderschöne Wasserrinne, die meist trocken ist, deshalb haben wir es Wadi getauft. So wie die trockenen Flüsse in der Wüste.




Trotz der Sommertrocken heit blüht es noch immer im weissen Beet. Fast vorbei und bald bereit zum schneiden ist meine Annabelle, sie hat sich gut gehalten und ich bin noch immer froh, dass ich mich für sie entschieden habe.

Dann streben hier noch Stockrosen zum Himmel, Malven kippen kopfüber ins Beet, da sie so lange Stengel gemacht haben. Der Sommerflieder hat von ganz unten wieder durchgetrieben und streckt seine Dolken nun halt eher in Kniehöhe als über Kopf heraus. Die weisse Fetthenne fängt an Farbe zu zeigen, da ist es dann bald nicht mehr so lange bis die Morgen wieder dunkel sind und der Abend schon um fünf beginnt.






Das wars für heute aus dem Hause Gartenkraut.
Danke fürs Reinschauen. Grüess Pascale

PS: Inzwischen hat es geregnet und schon wieder aufgehört (10 Minuten vielleicht), das Wadi ist noch immer trocken und auch der Garten leider.






Dienstag, 21. August 2012

Obstwiese

Da hier die Apfelernte begonnen hat (mit Nummer 6: Rettina) , dachte ich mir es ist eine gute Gelegenheit Euch mal unsere Obstwieseo mit den Hochstämmen vorzustellen. Ich habe noch nie vorher bei über 30 Grad mit der Obsternte beginnen müssen, aber es musste sein: Die Aepfel fallen schon von ganz alleine und sie sind reif.




Was ihr hier seht ist das komplette Grundstück. Die Obstwiese wird nach oben zum Berg hin mit einer noch sehr lückenhaften Naturhecke abgegrenzt. Unser oberster Baum ist eine Reneclaude, die jedes Frühjahr bezaubernd blüht und noch nie Früchte getragen hat.
An der Ostseite fliesst (meist trocken im Sommer) ein Bächlein im Wald. Es tönt romantisch, ist es aber nicht. Das Bachbord ist tief ausgehoben und fast nicht zugänglich.

Am Ufer wachsen unsere Kopfweiden, die ich selbst aus Stecklingen gezogen habe. Danach kommt etwas südlicher eine Birke und eine inzwischen riesige Trauerweide.
Wir stecken regelmässig neue Haselnussruten in den feuchten Boden um das ganze steile Hangstück zum Bach hin zu bewachsen. Ebenfalls haben wir letztes Jahr eine Linde und auf Wunsch vom Grospapi nochmals einen Nussbaum (mit viel grösseren und besseren Nüssen, sagt er) gepflanzt. Am Bachufer befindet sich unser grosser Kompostplatz wo wir den Astschnitt und das Unkraut zwischen ein paar sorgfältig eingeschlagenen Pflählen entsorgen, es soll ja nichts ins Bachbeet fallen.

Die Obstwiese wird dominiert vom Nussbaum. Den Sämling habe ich im Alter von ca. 7 Jahren gefunden und meine Uroma hat ihn aus Spass in ihren Blumengarten gesteckt. Das Teil ist gewachsen und heute mehr als Haushoch.

Die Apfelhochstämme sind biologisch bewirtschaftet, ebenso die Wiese. Die Bio-Wiese wird von einem Pächter zwei bis dreimal jährlich gemäht, (das erste Mal jeweils Mitte Juni) und im Herbst kommen dann noch die Schafe für ein paar Wochen, gleich danach schneit es meistens.

Es wachsen hier eine uralte

Berner Rose
Gepflanzt: vor 1969
Ernte: Oktober
Verwendung: frisch zum essen bis ca. November. Wir machen hauptsächlich Süss-Most daraus.

Boskoop
Gepflanzt: 1993
Ernte: Mitte bis Ende September
Verwendung: Lagerapfel, Wähe resp. Flade, Apfelchuechlein, Most


Florina
Gepflanzt: 1993
Ernte: Oktober
Verwendung: Lagerapfel bis ca. März, Essapfel


Surgrauch
Gepflanzt: 1998
Ernte: Oktober
Verwendung: Most


Rettina
Gepflanzt: 1998
Ernte: September
Verwendung: zum frisch essen, schlecht Lagerbar


Wilder von Berneck
Gepflanzt: 2000
Ernte: Oktober
Verwendung: Most

Danke für Euer Interesse, hends guet
Grüess Pascale

Donnerstag, 16. August 2012

Der Kräutergarten im August

Wie überall haben auch wir hier vor allem Trocken, Trocken, Trocken.
Ich giesse meine Kräuter jedoch aus Prinzip nicht ausser die welche in Töpfen stehen.




Erntereif sind gerade: Basilikum, Pfefferminzen, Ysop, Salbei, Goldmelisse, Veilchen, Rosmarin, Majoran, Thymian, Schnittlauch, Schnittknoblauch, Petersilie

Schon fast verblüht und deshalb zum Abschneiden und kompostieren bereit sind: Zitronenmelisse und bald auch der Ysop.

Die Ysophecke welche den Kräuter vom Gemüsegarten trennt wirkt in dieser Saison immer etwas verwuschelt und verwildert. Nach dem Schnitt dauert es jedoch nur kurz und ich habe wider grüne Buckelchen auf der Mauer stehen.

Ein neuer Versuch steht gerade im schwarzen Topf (Bild rechts): Ingwer.
Ich hatte zuviel Ingwer gekauft und habe die Knolle bevor sie noch schlimmer aussah einfach in Anzuchterde gesteckt und vergessen. Vor 2 Wochen habe ich das Töpfchen im Beet unter den Rhododendren gefunden und oh Wunder, es hat ausgetrieben. So darf es jetzt am Rand im Topf wachsen. Ich bin gespannt ob was daraus wird.

Mittwoch, 15. August 2012

Gurken, Kürbis und Zucchetti

Feine Ernten warten im Garten. Bevor es aber soweit ist, haben schon viele Gäste die Blüten besucht.
Auf dem Bild sind Rondini, sie wachsen genau wie Zucchetti. Ernten wenn Tennisball gross



Zucchetti oder klein gehalten "Zucchini" genannt, brauchen viel Platz und am besten zwei Pflanzen nahe beieinander (Nahe bedeutetet jede benötigt 50 cm2 für sich!) um die Befruchtung zu erleichtern.

Die grossen Blüten erscheinen an männlichen und weiblichen Trieben. Es gibt also welche mit kleinen Früchten hintendran - super zum Fritieren.

Die Pflanzen benötigen regelmässige Wassergaben, sonst kann es sein, dass die Früchte bitter werden.
Bittere Früchte entsorgen wir auf dem Kompost.
Ebenfalls sind sie Starkzehrer, dass heisst, dass ich sie im Frühling auf einer Schicht Kompost auspflanze und im Sommer nochmals mit Schachtelhalm, Brennesselbrühe nachdünge.



Aus den Blüten kann man Feine Sachen zubereiten. 
Die Blüten werden sorgfältig abgeschnitten und der Stempel mit der Schere entfernt.
Nach Geschmack können die Blüten nun mit einer Masse aus Frischkäse und Kräutern oder mit einer gewürzten Fleischfarce gefüllt werden. Anschliessend vorsichtig fritieren oder im Ofen überbacken.
Einfach köstlich.
Der Stil wird zum Kochen drangelassen, aber nicht mitgegessen.

Mit Frischkäse gefüllt, essen wir die sogar unfrittiert einfach so zum Beispiel zu Geschwellten und Käse mit dazu oder zu einem Brotznacht. FEIN !

En Guete - Grüess Pascale

Donnerstag, 9. August 2012

Kapuzinerkresse



mit ihren fröhlichen orangen Blüten und den scharfen Senfölen gibt die Kapuzienkresse jedem Salat das gewisse "Etwas".

Anbau im Garten

Die Kapuzinerkresse wird im Mai/Juni an Ort und Stelle ausgesäht. Es gibt rankende und Buschige Sorten, so dass jeder seinen Liebling finden kann.

Sie blüht in gelb, orange und manchmal sogar rot.

Die Knospen werden eingelegt als Kapernersatz genossen, die aufgeblühten Blüten können als Salatbeigabe genossen werden. Die Blätter sind etwas zu fleischig für meinen Geschmack, aber ich kenne Leute die sie kleinschneiden und auch unter den Salat mischen.

Beim Trocknen verliert sie Geschmack und Heilkraft.

Bei mir wächst die Kapzinerkresse dieses Jahr zusammen mit den Bohnen an Schnüren (hat sich nicht bewährt), sie wird nächstes Jahr wieder den Platz mit den Gurken am Gerüst teilen müssen.

Die aetherischen Öle der  Kapuzinerkresse sollen Schädlinge fernhalten und kann so als Schutz auf Baumscheiben oder im Gemüsebeet gepflanzt werden. Ich sehe oft, dass sie voller schwarzer Läuse ist, die Nachbarn jedoch keine haben.

Magisches
An heissen Sommertagen soll sich die Kapuzinerkresse elekrisch aufladen können, was dann in der Dunkelheit sichtbar ist. Ich habs noch nie gesehen.

Heilkraft

Die Kapuzinerkresse hilft gegen Erkältung. Ich nehme an die Senföle in ihr lösen den Schleim  (Was meinen Husten erklärt *lach)
Sie stärkt das Immunsystem und ist harntreibend.


Samstag, 4. August 2012

Ein Garten heisst Veränderung

Man plant einen Garten, meist wenn die Kinder klein sind, und passt die Umgebung an. Da steht eine Schaukel, dort die Rutschbahn, irgendwo im Blickfeld der Sandkasten und im Sommer das Planschbecken. Möglichst keine Giftpflanzen, möglichst einen Zaun rund herum, damit die Kleinen nicht auf die Strasse gelangen können.

Ja, das war auch bei uns so. Doch nach und nach wurde als Erstes der Sandhaufen aufgehoben, da keiner mehr darin spielte ausser Nachbars Katze. Damals hatten wir noch keine eigene Katze.

Dann wurde das Plantschbecken zu klein und es musste so ein Aufstellpool her (meine Güte im Sommer habe ich nur die Hälfte des Gartens! nein das ist übertrieben, aber es kommt mir so vor)





Nun sind die beiden schon viel grösser. Der Junior kommt nächste Woche in die Lehre und befindet sich (ausser unter Protest zum Rasenmähen oder helfen), eigentlich nicht mehr gross im Garten. Baden geht er im Freibad mit dem Kumpels und Kumpelinen. Sogar ein Liegestuhl hat einfach zu viel Sonne zum lesen, in diesem Alter könnte man einem ja ansehen, dass man draussen war *lach

Madämchen hat schon im Frühling mitgeteilt, sie sei jetzt zu alt zum rutschen (das sei nur was für Kleinkinder), die Rutsche könne weg. Das Trampolin sei zu klein und die Schaukel am Nussbaum zu weit weg (man muss eine Bergtour von ca. 1 Minute in die Obstwiese machen ;-).

Die benutzt aber noch den Pool und nur wegen ihr habe ich mich weichklopfen lassen und ihn nun für die Sommerferien doch nochmals aufgestellt.

So entstehen Veränderungen, die Kinder werden grösser. Das Holz morsch, die Plätze brauchen andere Verwendungen.

Als erstes ging diese Woche (wir haben ja Ferien und somit Zeit zum Arbeiten ums Haus !!!) das Trampolin weg.


da haben wir nun ein Splittplätzchen mit verdorrtem Liguster und einer Spielwiese...
Was eröffnet das für Möglichkeiten ?!
Dieses Jahr passiert hier sicher noch nichts, schliesslich muss das ganze gut durchdacht werden und die finanziellen Möglichkeiten erst mal angespart werden.
Aber ich fang dann mal an zu zeichnen.
Für solche "Pläne" mach ich meist ein Foto der Gesamtansicht oder zeichne eine Grobskizze mit allen Wünschen und Träumen. Dann gehts ab damit zur "Schattenregierung" schliesslich wohnt man Schatz ja auch da und so entscheiden wir dann welches Modell schliesslich umgesetzt wird.
Für hier zum Beispiel wünschen wir uns eine Wasserrinne und es muss ein besserer Zugang zum Kiesplätzli am gelben Beet geschaffen werden. Das hier wäre eine Möglichkeit.















dieses Foto habe ich vor langer Zeit mal aus einer Zeitschrift ausgeschnitten und ins Gartendossier gelegt, das wäre doch jetzt die Möglichkeit. (Habt ihr auch so ein Gartendossier ? Das ist einfach ein Sichtmäppli, wo ich alles was ich an schönen Gartensachen sehe reinlege, man weiss ja nie...)
Aber es gibt noch tausend andere Ideen, mal sehen was es dann schlussendlich wird,  ihr werdet es ja mitbekommen.

Nur bitte ganz ohne Buchs. Als wir am Dienstag aus den Ferien heimkamen, trafen wir nämlich unsere restlichen Buxus nur noch als trockene Stengel an. Während dieser Woche Abwesenheit hat der Zünsler zugeschlagen und ALLES kahl gefressen (nein ich habe keine Fotos gemacht, das frustriert mich auch so schon genug).

Gestern und heute haben wir nun alle verliebenen abgenagten Stengel ausgegraben und entsorgt.
Da wir schon dabei waren, haben wir auch gleich die maroden Gerüste im Gemüsegarten ausgegraben und das neue Himmbeerbeet eingerichtet. Ihr könnt die Halterungen ganz hinten an der kleinen Mauer sehen.


Der Kürbis wurde aus dem auseinanderfallenden Gitter gewickelt und muss ich nun erst mal erholen. Ich glaub ich geb nachher noch Arnica ins Giesswasser.

Doch gibt es Stellen die sind jedes Jahr schön: mal mehr mal weniger aber immer sehenswert.
Zum Beispiel gfällt mir immer wieder diese Kombination aus Rudbeckia, rosa Hortensie und den weissen Herbstastern.



wegen dem Strassenbau, ist es natürlich dieses Jahr etwas weniger toll als andere Jahre, aber trotzdem. So sah es letztes Jahr aus.

damals gabs noch Buxus...

Was mich gerade auch noch fasziniert sind die "Blüten" des Knoblauchs. Seht mal her. Es sind lauter kleine Brutzwiebelchen entstanden, welche man z.B. gut in Essig oder Öl einlegen könnte. Es sieht aber auch im Garten super aus.





Dann sind aus den Ferien noch diese 3 Gesellen mitgeschwommen.



Danke, dass ihr reingeschaut habt. Ich geh jetzt mal wieder raus in die Hitze und werfe mich in meine Hängematte am Schatten und wünsche auch Euch ein schönes Wochenende.


Grüess

Mittwoch, 1. August 2012

Minzen

Pfefferminze
Apfelminze und Co




Die Pfferminze ist erfrischend und kann bei Magenkrämpfen lindernd wirken. Als Pfefferminzöl wirkt sie bei Kopfschmerzen, Nervenschmerzen und Erkältungen.
Verwendet werden die Blätter, welche auch sehr gut getrocknet werden können.
Die verschiedenen Minzarzen haben unterschiedliche Gehalte an Menthol und sind somit mal mehr mal weniger "scharf".

Gepflückt wird spätestens kurz vor der Blüte. Danach kann die Minze bis zur Basis zurückgeschnitten werden und treibt wieder aus.

Anbau im Garten





Die Pfefferminzen sind wuchernde Gartengäste. Am einfachsten pflanzt man sie in einen Topf, welcher dann aber Winterschutz benötigt. Sonst werden sie sich kaum im Zaun halten lassen. Bei mir sind sie unter dem Gartenweg hindurch bis ins Gemüsebeet gekrochen, was dann eine Aktion mit Pickel und (fast Pinzette) um jede Wurzel zu entfernen nach sich zog.

Trotzdem habe ich nach dem Topf-Totalverlust vom letzten Winter wieder ausgepflanzt, diesmal an die obere Gartengrenze welche zum Obstgarten hin geht. Ich hoffe, sie verwildern wenn schon dann in die Wiese. Ansonsten stören sie unter den Sträuchern dort nicht wirklich.
Die Minzen mögen frische Böden am liebsten im Halbschatten und haben auch mal Durst, wenn es heiss ist.

Magisches





Im alten Volksglauben hiess es, dass wer am 24. Juni eine blühende Minze findet, der erfahre ewiges Glück.

Rezept


Minze kann zum Beispiel auch zum Würzen von Lamfleisch verwendet werden: siehe hier:
http://gartenkraut.blogspot.ch/2012/07/lamm-schmetterling.html

Liebe Grüsse - Pascale