Mittwoch, 5. Dezember 2012

Strukturen im Garten

Heute früh, als ich in den Schnee raus geschaut habe, habe ich mal wieder über Strukturen im Garten nachgedacht, denn immer wieder wenn der erste Schnee auf den Beeten liegt, bin ich froh, dass ich mich bei der Gartenanlage nach und nach auch mit Strukturen befasst habe.

Natürlich von April bis zum Oktober sieht wohl (fast) jeder Garten gut aus, es blüht, es grünt und im Herbst glänzt das Laub.

Der Vorteil von grossen Staudenbeeten ist, dass Sie eine Opulenz entwickeln die ihresgleichen sucht. Und dann Ende Herbst: Die Stauden sind entweder eingezogen oder faulen vor sich hin. Vielleicht stehen da noch ein paar Winterschönheiten, wenn man die nicht in einem radikalen Ordnungswahn alle abgeschnitten hat.
Ich gebe zu, es fühlt sich besser an vertrocknete Stengel abzuschneiden, als dann im Frühjahr so eine Pampe. Aber: erstens die Insekten sind dankbar für eine Ueberwinterungsmöglichkeit und zweitens die starren Stängel geben dem Garten noch ein gewisses Leben.









 




So habe ich damals und auch heute bei Aenderungen darauf geachtet, dass der Garten naturnah angelegt wurde. Dass ich Sträucher auch in den Beeten besitze und dann durch Wege, Randsteine und ein paar Schnittgehölze eine Gewisse Struktur hinein bringe.

Die Wege und Randsteine: Sie gehören zum Grundgerüst des Gartens (so wie unser Knochengerüst) erst darauf resp. darum herum lässt sich dann die "Verzierung" anlegen




Die Sträucher: Sie sind mein Schutz nach aussen, mein Windschutz, ein Rückenschutz und sie geben dem Garten auch eine Ebene welche sich nicht am Boden abspielt. Vor allem im Winter sind sie mit ihren kahlen, gespenstisch aufstrebenden Zweigen eine Wohltat fürs Auge.




Die Schnittgehölze: Es muss nicht nur Buxus, Eibe oder ähnliches sein. Man kann auch Blütensträucher in Form schneiden (Bitte nicht übertreiben). Im Winter sehen sie dann genauso gut wie eine Buchskugel aus. Ebenso  wirken geschnittene Hecken.







Dann kommen noch Nicht-Pflanzliche Gartendetails dazu wie Brunnen, Skulpturen, Kugeln, etc.
Bitte vorsichtig damit, es sieht wundervoll aus, wenn aus einem Blühenden Beet irgendwo ein Zwerg oder eine Elfe oder ähnliches spitzbübisch hervorlinst. Aber ...
Dasselbe ist mit Kugeln und Skulpturen zu beachten. Ein Kunstelement braucht Platz um es gebührend in Szene zu setzen, ein paar Kugeln sind ok. Aber ...



 


Wie habe ich denn nun meinen Garten damals geplant. Wir hatten ja auch nicht das Geld um alles auf einmal anzulegen.

So habe ich mir den Grundstücksplan ausgedruckt und mal auf der Rückseite notiert, was wir alles WOLLEN... hmm. Wir wollten viel und es hatte nicht alles Platz. Also haben wir besprochen, gestrichen, geändert. Dann war klar:
Wir brauchten:
- Einen Spielbereich (Sand und Rutschbahn) Wir hatten eine Weile sogar ein Baumhaus
- Einen Gemüsegarten
- Eine Spielwiese
Ich wollte:
- Staudenbeete
- romantische Sitzplätze,
- tolle (teils empfindliche) Stauden, so einen Garten wie aus der Zeitschrift halt.
Mein Mann wollte
- einen Liegestuhl und einen Grill und seine Ruhe vor allem nicht jäten (ha ha)

Das kriegt man nicht alles gleichzeitig unter einen Hut, so dass wir Anfangs wirklich einen Garten für die Kinder hatten. Eine gemähte Wiese mit Rutschbahn, Schaukel am alten Apfelbaum und einem grossen Sandhaufen. Ein Gemüsegarten, ein paar Kräuter. Voilà c'est tout.

Alles Andere kam mit der Zeit.
Wir haben schon damals auf dem Plan eingetragen, wo denn was entstehen könnte. Dafür muss man sich bewusst sein, wo im Garten immer feuchte Bereiche sind, wo eine Bruthitze entsteht, wo es windig ist, etc.
Wir wussten der Apfelbaum ist alt und wird in den nächsten Jahren zur Gefahr. So dass wir schon damals einen Sitzplatz dort geplant hatten.
Wir wussten die Kinder würden gross und bräuchten keinen Sandhaufen mehr, etc.

Da mir vor 3 Jahren die externe Harddisk mit allen Fotos runtergefallen ist (alles futsch). Kann ich Euch leider keine Bilder von damals zeigen, was wirklich schade ist, ihr würdet den Garten fast nicht wieder erkennen.

So kann man auch Pläne für Später schon früh auf dem Gartenplan eintragen.
Der Plan ist keineswegs starr. Man ändert sich, wird älter und hat andere Bedürfnisse. Bei uns z.B. ist der Gemüsegarten heute nur noch halb so gross wie früher. Dafür habe ich heute meine Staudenbeete.





Ich möchte allen Mut machen, die Ihren Garten selbst planen. Ihr könnt das auch. Sammelt Ideen aus Gartenzeitschriften und Büchern. z.B. habe ich in der Schublade ein Mäppchen mit tollen Bildern, wo ich dazu sage: WOW, so was gefällt mir. Ich habe mehrere Dutzend Gartenbüchern gelesen und manchmal auch gekauft (Winter für Winter) ...
Das heisst nicht, dass ich jemals ein Beet daraus eins-zu-eins umsetzten werde. Aber ich kann mir die gleiche Stimmung erschaffen.


z.B. finde ich die Bücher von John Brookes ganz toll






 Ich hoffe Ihr seid inspiriert und nicht zu verwirrt. Ich wünsche Euch viel Spass beim Pläne machen.

Grüess Pascale